Wartung und Entsorgung von Solaranlagen

Nach wie vielen Jahren müssen Solaranlagen ausgetauscht werden?

Im Schnitt garantieren Herstellern von Photovoltaikanlagen, dass ihre Module mindestens 20 bis 25 Jahre Leistung erbringen. Dieser Zeitraum wird jedoch von vielen Solarzellen mit Leichtigkeit überschritten. Allerdings fehlen häufig Langzeitwerte, um eine finale Aussage zur Haltbarkeit von Photovoltaikanlagen zu machen. Der Verein Sonneninitiative sprach mit seinen Mitgliedern über die Haltbarkeit von Solarmodulen und kam zu dem Schluss, dass selbst 30 Jahre alte Anlagen bis heute hohe Leistungen erbringen. Bei modernen Anlagen wird durch die im Laufe der Zeit erhöhte Qualität davon ausgegangen, dass die Lebenserwartung weiterhin steigt. Die Lebensdauer von Solaranlagen hängt gleichermaßen von der Verkabelung, dem Wechselrichter und den Modultypen ab.

Solarmodul Dach

Der richtige Winkel entscheidet über den Wirkungsgrad der Solaranlagen (Bild: Von Claus Ableiter – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0)

Welche Kosten entstehen bei der Entsorgung von Solaranlagen?

Grundsätzlich gar keine. Die verbrauchten oder defekten Photovoltaik-Module können an jedem Wertstoffhof abgegeben werden. Eventuell können kleine Gebühren auf den Wertstoffhöhen anfallen, allerdings sind diese nicht der Rede wert. Wichtig: Die endgültige Entsorgung bezahlen die Hersteller der Solarmodule. Diese mussten sich per Gesetz verpflichten, einen Fixbetrag für jede Tonne Solarmodule zu hinterlegen.

Für die Umwelt noch wichtiger: Sollte das Solarunternehmen innerhalb des Garantiezeitraums Insolvenz anmelden, muss der Betrag trotzdem weiterhin als Haftungsbetrag bezahlt werden. Das Recycling von Photovoltaikmodulen ist damit auf viele Jahrzehnte gesichert.

Herstellung Solarpanel

Nicht nur die Herstellung von Solar sollte betrachtet werden, sondern auch die Entsorgung. (Bild: Von Photo credit: NASA/George Shelton – http://mediaarchive.ksc.nasa.gov/detail.cfm?mediaid=32161, Gemeinfrei)

Welche schädlichen Stoffe befinden sich in den Solarzellen?

Zwar erzeugen Solarmodule sauberen Strom, doch in den Zellen befinden sich schädliche Stoffe, die die Umwelt gefährden. Dabei muss zwischen den verschiedenen Modultypen unterschieden werden, die unterschiedliche Schadstoffe enthalten. Bei Dünnschicht-Solarmodulen ist besonders das verbaute Cadmiumtellurid umweltschädlich, das als Halbleiter eingesetzt wird. Silizium-Module wirken auf den ersten Blick unbedenklich, sind jedoch durch die verwendeten Zinn- oder Bleimengen schädlich für das Ökosystem. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die Module beschädigt werden und das toxische Material in das Grundwasser gelangt. Ein intaktes Photovoltaikmodul kann jedoch problemlos zu Wertstoffhöfen gebracht werden, um fachgerecht und ökologisch entsorgt zu werden.

Schädliche Materialien in Solarmodulen

  • Blei
  • Silber
  • Zinn
  • Cadmiumtellurid
  • Cadmiumsulfid

Wie wird eine Photovoltaik- / Solaranlage gereinigt

Die Reinigung einer Solaranlage ist oftmals schwierig, da die Module auf schwer zugänglichen Dächern liegen. Wer dennoch plant, die Solaranlage selbst zu reinigen, sollte auf einige Details achten. Mit sauren oder besonders scharfen Reinigungsmitteln dürfen die Panels nicht behandelt werden. Diese können als Katalysator für Glaskorrosion wirken und die Leistungsfähigkeit nachhaltig verschlechtern.

Weiterhin empfehlen professionelle Reiniger, die sensiblen Glasflächen nur mit einem weichem Schwamm zu berühren. Mit diesem wird ein sanftes Reinigungsmittel aufgetragen, das bei der Beseitigung von Staub und hartnäckigen Verschmutzungen hilft. Wichtig: Der Schaum sollte sofort mit klarem Wasser abgespült werden, um das empfindliche Glas nicht zu beschädigen. Dennoch empfiehlt sich die Handreinigung nur für normale Verschmutzungen. Wenn sich Vogelkot oder Flechten auf der Oberfläche befinden, sollte ein Profi die Reinigung der Solaranlage angehen.

Solarpark Granada

Sollte lieber professionell gereinigt werden: Der Solarpark Andasol (Bild:Von BSMPS – Eigenes Werk, GFDL)

Muss ich meine Solaranlage speziell versichern lassen?

Ja, die heimische Photovoltaik- oder Solaranlage sollte auf jeden Fall mit einem Versicherungsschutz ausgestattet werden. Die Versicherung für Photovoltaikanlagen schützt die Module sowohl vor Witterungseinflüssen als auch vor menschlichem Versagen. Ein guter Schutz sichert folgende Schäden bzw. Vorkommnisse ab

  • Feuerschaden
  • Wasserschaden
  • Sturm- und Hagelschaden
  • Diebstahl
  • Konstruktionsfehler
  • Materialfehler
  • Sachbeschädigung
  • Fahrlässige Bedienung

Weiterhin sollten Solaranlagen-Besitzer darauf achten, dass die Versicherung im Schadensfall die Ausfallzeit vergütet. Dabei wird ein vorher festgelegter Betrag über den Zeitraum des Ausfalls gezahlt, um die Amortisierung weiter voranzutreiben. Manche Anbieter zahlen die Ausfallsumme über drei Monate, andere bis zu 12 Monaten.

Solaranlage

Photovoltaik-Anlage auf der Neuen Messe Stuttgart (Bild: © Dirk Wilhelmy / Greenpeace Energy eG)

Welche Schäden können an einer Solaranlage entstehen?

Da Solaranlagen täglich Wind und Wetter ausgesetzt sind, gehören Naturschäden zu den häufigsten Problemfällen. Gerade Hagel setzt dem empfindlichen Glas zu. Die Strukturen können im schlimmsten Fall gebrochen werden. Im weniger schlimmen Fall wird das Glas nur leicht beschädigt, was jedoch zu Folgeproblemen führt. Glaskorrosion und ansetzendes Moos kann die Leistungsfähigkeit nicht nur beeinträchtigen, sondern die Anlage quasi unbrauchbar machen.

Doch nicht nur feste Gegenstände setzen den Solaranlagen zu. Auch Blitzeinschläge kann die empfindliche Technik stören. Gerade die Wechselrichter und Verkabelungen brennen häufig durch, wenn die elektrische Ladung durch einen Blitzeinschlag zu extrem wird. Dann gibt es keine andere Abhilfe, als die defekten Teile auszutauschen. Gerade wegen der vielen Natureinflüsse, der eine Solaranlage ausgesetzt, ist eine Versicherung für die empfindlichen Teile von großer Bedeutung.

So reinigen Profis Solaranlagen