Also doch: Biogas wird auch im EEG 2016 gefördert

Die Bundesregierung setzt nicht nur auf Wind- und Sonnenkraft, sondern wird auch Biogas weiterhin fördern. Allerdings ist die Fördergrenze im Gegensatz zu anderen erneuerbaren Energien erstaunlich gering.

  • Biogasanlagen erhalten neuen Ausbaukorridor
  • Kleine Projekte werden weiterhin pauschal vergütet
  • gutes Zeichen für die süddeutsche Landwirtschaft
Biogas Fermentierung

Besonders in Bayern und Niedersachsen spielt Biogas eine große Rolle. (Bild: jan_nijman/Pixabay unter CC0 Public Domain)

Viel Krach um Nichts: Horst Seehofers medienwirksamer Abgang von der Tagung zum Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) war grundlos. Der CSU-Chef verließ die Gesprächsrunde, nachdem das in Bayern beliebte Biogas seiner Meinung nach nicht genügend Einfluss im EEG 2016 besitzt.

Zweite Chance für Biogas in Deutschland

Jetzt gab die Regierung bekannt, dass auch Biogas zur Ausschreibung stehen wird. Wie bei Windkraft- und Solarkraftanlagen werden sich Unternehmen um eine Förderung bewerben müssen, wenn eine neue Energiequelle erschlossen werden soll. Wer die geringste Förderung benötigt, darf sein Bauprojekt umsetzen.

Gleichzeitig sorgte die Bundesregierung im EEG 2016 dafür, dass sich Bauern, die nur eine kleine Biogasanlage bauen wollen, nicht gegenseitig unterbieten müssen. Bis zu einer Kraftwerksleistung von 150 kW gelten Biogas-Kraftwerke als Bagatelle und erhalten eine Pauschale Förderung und Vergütung.

Das ist eine gute Nachricht für unsere Bauern und den ländlichen Raum. – Christian Schmidt, Bundeslandwirtschaftminister

Doch warum drängte Seehofer radikal auf die Einbeziehung der Biogas-Kraft im EEG 2016? Im ländlich geprägten Bayern sind die Biogas-Anlagen ein neues Standbein für die Bauern und Landwirte. Die Ackerflächen können für den Substrat-Anbau genutzt werden und Abfälle des Hofes haben ebenfalls das Potential, in saubere Energie umgewandelt zu werden.

Biogas Gewinnung

Mikroorganismen sorgen dafür, dass aus Müll Ökostrom wird. (Von Foto: Martina Nolte, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19456105)

Kleiner Ausbaukorridor und Anschlussförderung

Allein in Bayern gibt es demnach rund 2500 Biogasanlagen, die entweder den Bauernhof mit Strom versorgen oder die Energie in das Stromnetz einspeisen. Dennoch wird der Ausbau nicht so rasant weitergehen wie bisher.

Wie auch bei Windkraft wird es Ausbaukorridore geben, die nicht überschritten werden sollen. Insgesamt 1.050 Megawatt dürfen laut Neuregelung bis 2022 neu installiert werden. Zum Vergleich: Die Windenergie hat im gleichen Zeitraum das Anderthalbfache an Ausbaumenge zur Verfügung.

Weiterhin wichtig: Die bisher auf 20 Jahre ausgelegte Förderung wird zwar verschwinden, gleichzeitig steht jedoch eine Neuregelung bevor, die Biogasanlagen weiterhin wirtschaftlich machen.

So entsteht Biogas


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