“Unrealistisch”: Bundesregierung verlegt die Lagerung von Atommüll ins nächste Jahrhundert

Es ist die große Sorge der aktuellen Generation: Wohin mit dem hochgiftigen Brennstäben der Atomindustrie? Doch die Generation muss sich laut Bundesregierung keine Gedanken mehr darüber machen. Die Inbetriebnahme eines Standortes wird erst im nächsten Jahrhundert beginnen.

  • Kein Standort für Atommüllendlager gefunden
  • Regierung stoppt aktuellen Zeitplan zur Endlager-Frage
  • Atommüll bleibt für tausende Jahre gefährlich
Atommüll im Fass

Atommüll wird zum Generationen-Problem. (Bild: Von Christian FischerEigenes Werk. Location: North-eastern Lower Saxony, Germany., Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11936602)

Eine Million Jahre – so lange muss radioaktiver Müll laut dem Arbeitskreis Auswahlverfahren Endlagerstandorte (AkEnd) an einem sicheren Ort lagern, bevor die Gefahr von Brennstäben und Co. vollständig vorüber ist. Ein nicht überschaubarer Zeitraum, der besondere Vorbereitung voraussetzt.

Endlagerplan wird auf unbestimmte Zeit verschoben

Ursprünglich wollte das Standortauswahlgesetz (StandAG) schnellstmöglich einen Standort für die Endlagerung von Atommüll festsetzen. Doch diese Planung wurde nun zu den Akten gelegt und als “unrealistisch” eingestuft. Statt schnell ein geeignetes Endlager zu finden, wurde die Suche an die nächste Generation weitergereicht.

Ausführlicher Video-Bericht zur Endlagersuche in Deutschland

Frühestens 2031 darf jetzt mit einer ersten Standortbestimmung für kerntechnischen Müll gerechnet werden – realistischer ist laut Kommission jedoch eher ein Zeitraum von 40 bis 60 Jahren. Und selbst nach der Standortbestimmung dauert es noch ungefähr 30 Jahre, bis das Endlager für alle Eventualitäten vorbereitet wurde.

Transmutation als Rettungsring?
Transmutation könnte ein wichtiger Schritt bei der Endlagerung von Atommüll sein. Durch die Bestrahlung mit Protonen werden aus den langlebigen Stoffen kurzlebige Stoffe. Im Falle von radioaktivem Müll könnte die Halbwertszeit so auf wenige hundert Jahre begrenzt werden – weit weg von den angepeilten einer Million Jahren.

Damit verschiebt sich der Zeitplan der Bundesregierung um mindestens 50 Jahre. Eigentlich sollte bereits 2050 mit der finalen Lagerung der Abfälle aus Atomkraftwerken begonnen werden. Die Regierung steht jedoch vor einem Dilemma: Da der Standort für hunderttausende Jahre sicher sein soll, fehlen genauere Studien, die das beste Material zur Endlagerung bestimmen. Salz wird präferiert, doch auch hier ist keine Lösung gefunden.

Atomfass

Gorleben ist als Endlager in Deutschland nicht geeignet. (Bild: Tetzemann/Pixabay unter CC0)

Gorleben ist laut Forschung keine langlebige Lösung

Lange Zeit wurde das aktuelle Zwischenlager Gorleben als Endlager ins Spiel gebracht. Doch das fehlende Mehrbarrierensystem aus starken Tonschichten ist in Gorleben nicht vorhanden. Problematisch ist weiterhin, dass Grundwasser nah am Salzstock und damit auch am möglichen Endlager vorbeifließt. Die Sicherheit für viele hunderttausende Jahre ist nicht gewährleistet. Somit wird fossile Energie auch für nachfolgende Generationen ein erhebliches Problem bleiben.


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